1771: Gontard baut das Waisenhaus neu

Vor 250 Jahren

Vor genau 250 Jahren, im Jahr 1771, begann mitten in Potsdam eine große Baumaßnahme: der Umbau des alten Knabenwaisenhauses zu einem spätbarocken Architekturkleinod, wie wir es heute kennen. König Friedrich II. hatte beschlossen, das noch von seinem Vater errichtete, dreistöckige Fachwerkgebäude neu zu bauen und massiv gemauert mit vier Stockwerken zu versehen. Damit sollte das in die Jahre gekommene Gebäude an das wachsende neobarocke Potsdam angepasst werden und zugleich den weit mehr als 1.000 zu versorgenden Kindern mehr Platz bieten. Den Auftrag für den Umbau erhielt der Königliche Hofbaumeister Carl von Gontard.

Die Bauarbeiten dauerten von 1771 bis 1777. Im Ergebnis erhielt das Großes Waisenhaus zu Potsdam seine stadtbildprägende Kuppel, den Monopteros, mit der goldenen Caritas-Figur, seine drei prunkvoll gestalteten Mittelrisalite und den noch heute bestehenden rosafarbenen Anstrich – die Farbe von königlichen Bauten. Was nicht vollständig gelang, war die vierstöckige Erweiterung des Knabenhauses. Aus Kostengründen mussten Teile der vierten Etage gestrichen werden, was heute nur bei genauem Hinsehen auffällt.

Auch gegenwärtig wird am einstigen Waisenhaus-Komplex gebaut: In einem „nur“ drei Jahre dauernden Bauprozess werden die Gebäude an der Breite, Dortu-, Sporn- und Lindenstraße saniert und für aktuelle bauliche und technische Anforderungen ertüchtigt.